
Das Elbsandsteingebirge befindet sich in der *Sächsischen Schweiz* - und das hört sich *säggs'sch* an.
Unter den Landschaften des deutschen Witzes ist Sachsen seit je ein Sonderfall: an Witz, an Geist, an Gemütlichkeit, vielleicht an Genialität und gewiß an Lächerlichkeit. Die Lächerlichkeit freilich geht vorwiegend darauf zurück, daß der sächsische Dialekt von vielen Nicht-Sachsen, vor allem aber von den Sachsen selbst als komisch empfunden wurde und wird. Daß eben dieser Dialeggd:-) - lächerlich sei, lächerlicher als alle anderen deutschen Dialekte, als das Schwäbische, Fränkische oder Rheinische, haben die Sachsen in ihrer nimmermüden Selbstkritik den Leuten allmählich eingeredet - und nun glaubt man's. Jene Selbstkritik aber, die bis zum permanenten Minderwertigkeitsgefühl geht oder vielmehr einer paradoxen Mischung aus zweifelnder Unsicherheit und bezweifelnder Ironie, sie ist so sächsisch wie die Sprache, in der sie sich ausdrückt. Der sächsische Witz mit dieser Tendenz zur Selbstironie und seiner Fähigkeit, sich und die Welt nicht ernst zu nehmen, ist ein einsames Kuriosum unter den deutschen Witzformen. Sächsische Friedfertigkeit ist indessen keineswegs immer die reine Güte; eher sind die Sachsen friedliebend auf listige, auf umwegige, auf verschlagene Art. Eigenartig bleibt, daß Sachsens einfallsfreudiger, phantasiebeflügelter, hintergründiger Witz keine stehende komische Figur hervorgebracht hat wie den Grafen Bobby oder Klein-Erna. Es mag dafür verschiedene Erklärungen geben; die vielleicht nicht treffendste, aber sicher sächsischste lautet: "Wozu denn. Die gomische Figur der Sachsen ist der Sachse."
(Aber: Sachsen, bekanntlich, schenkte den Deutschen die neuhochdeutsche Schriftsprache und die genialste aller Bibelübersetzungen und man vergesse nicht, daß der größte und tiefsinnigste Komiker Bayerns, Karl Valentin, ein halber Sachse war und Berlins unvergleichlicher Zille ein ganzer.)
Das beweist ein sehr altes Büchlein *Der Witz der Sachsen* von Kurt Desch, welches meines Wissens nicht mehr zu erwerben ist.
Deshalb hier ein paar Auszüge davon...
|
Der Vater geht mit seinem fünfjährigen Sohn am Sonntagvormittag spazieren. "Babba! Wohin gehn mir denn?" "Mir gehn ins Morchngonzärrd, Garlchen!" "Wo issn das?" "Auf der Rennbahn, Garlchen!" "Wann gehn mir ins Morchngonzärrd, Babba?""Mir gehn jetzt ins Morchngonzärrd, Garlchen!" "Awr, Babba, was wollmr denn jetzt schon da, wenn ärschd morchn Gonzärrd ist?" "Awr, Garlchen, sis dochheide morchn!" "Wenn's heide is, Babba, isses doch nich morchn!" "Nein, Garlchen, sis nich morchen, sis heide!" "Dann isses awar wohl auch morchn?" "Nein, mei Garlchen, morchn is gein Gonzärrd!" "Du saachst awr doch immer Morchngonzärrd!" "Nujaah! Weil heide ä Morchngonzäärd is!" "Warum issn das Morchngonzärrd heide? "Halld dä Gusche unn gomm!" nach Arthur Lissau |
"Ist Ihnen bekannt", fragt der Richter, "ob der Angeklagte Selbstgespräche führt, wenn er allein ist?"
Zeuge: "Wenn er alleene war, war ich eechendlich nie bei ihm."
"Entschuldigen Sie bitte, wie komme ich am schnellsten ins Krankenhaus?"
"Nu, wardn Se's Rodlichd ab, machen Se de Augen zu und überqueren Se de Schdraße. Alles andere ergibd sich ganz von alleene."
"Saachen Se mir emal, Herr Gandidat, was halten Se eechendlich für die Grundbedingung des menschlichen Daseins?"
"Die Zeit, Herr Brofesor!"
"Wie meinen Se das?"
"Nuja. Wie gann een Mensch egsisdieren, wenn er nich die Zeit dazu hat!"
Gerade hat im Wartesaal ein Durchreisender eine Tasse Kaffee bestellt, als ein Unbekannter auf ihn zustürzt und ihn fragt: "Sind Sie der Richard Mielchen?" -
"Ja." - Darauf knallt ihm der Fragende eine Ohrfeige und stürzt davon. Der Geschlagene reibt sich die Backe und sagt dann zu den bestürzten Zuschauern:
"Den habbch awwer angeschmierd. Ich heeße nämlich gar nich Mielchen."
Nacht in Grimma
"Ach, Se wärn giedigsd endschuldchen", fragt ein einsamer Passant einen anderen, "ham Se hier irchendwo een Bolizisden gesähn?"
"Nee, das dud mir leid, ich hab geen Bolizisden gesähn".
"Un een Polizeirevier is ooch nich in der Nähe?"
"Nee, nischd. Dud mr werglich leid."
"Na, wenn es so is, dann darf ich um Ihre werde Briefdasche bitt'n."
Das Telefon klingelt.
"Is dort eins, eins, eins, eins?"
"Nee, hier is elf, elf."
"Ach endschuldchen Se, da bin'ch falsch verbunden."
"Machd nischd, das Telefon hadde sowieso gerade geglingelt."
Sächsische Touristen besuchen ein bayerisches Bauerntheater. Sie sind stark beeindruckt. Am Schluß des Stückes flüstert Frau Pietzsch ihrem Mann zu:
"Eechendlich schade, daß mir geen Dialeggd ham!"
das mal für's erste - ich befürchte - es werden noch ein paar folgen......
[Startseite] [Alexander] [Meine Familie] [ein wenig von mir] [Meine Graupapageien] [Papageientreffen] [Bilder-Galerie] [Das Elbsandsteingebirge] [Besuch auf dem Gnadenhof] [Urlaub in der Sächs.Schweiz] [Links] [Impressum]